Es wäre schön, wenn sich ein paar Männer für dieses Ehrenamt begeistern könnten

Das Ambulante Hospiz Hochwald und das St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil arbeiten von Anfang an eng zusammen

20.02.2018

Die Verbindung zwischen dem Ambulanten Hospiz Hochwald und dem St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil war von Anfang an (und das Hospiz wird auch bald 15 Jahre alt) eine besondere: Das Hospiz hat sein Büro hier im Haus, genauer gesagt im Franziskushaus. Das macht den Kontakt einfach und die Wege kurz. Alexandra Schlickel, Marion Schronen und Nadine Hölzemer, die drei hauptamtlichen Hospizfachkräfte, werden von den Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus bewusst mit einbezogen - bei den palliativen Fallbesprechungen, die Frau Dr. Eva Ewers, die als Oberärztin in der Anästhesie arbeitet und Palliativmedizinerin ist, regelmäßig durchgeführt. Ihrem Vorbild folgen auch die Onkologen und die Ärzte im Medizinischen Versorgungszentrum. "Sie alle sprechen und direkt an und beziehen uns so in die Betreuung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Patienten mit ein", sagt Marion Schronen.

Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im St. Josef-Krankenhaus gegenüber Menschen, deren Lebensweg sich dem Ende entgegenneigt, besonders groß ist. So hat das Haus schon vor 20 Jahren ein sogenanntes Kriseninterventionszimmer eingerichtet, indem man zwei Patientenzimmer zu einer kleinen Wohneinheit verbunden und so den Raum geschaffen hat, dass Patienten in Ruhe und begleitet von Angehörigen und Freunden Abschieden nehmen können.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Hospiz und Krankenhaus mündete im Sommer 2017 in einem Kooperationsvertrag zwischen dem St. Josef-Krankenhaus und den Ambulanten Hospizen in Hermeskeil und Morbach. Auch wenn damit auf den ersten Blick nur das förmlich besiegelt wurde, was all die Jahre zuvor gut gelebte Praxis war, so bietet dieser Vertrag doch einen entscheidenden Vorteil: Er grenzt die Tätigkeiten, die die Mitarbeiter des Krankenhauses und des Ambulanten Hospizes übernehmen, klar ab und regelt die Zuständigkeiten. Beispielsweise, so erläutert Alexandra Schlickel, kümmert sich das Krankenhaus komplett um das Entlassmangement.

Positiv merken die Drei an, dass sich in den letzten eineinhalb Jahren eine professionelle Zusammenarbeit mit dem SAPV-Team Saarschleife entwickelt hat (SAPV steht für spezialisierte ambulante Palliativversorgung). Speziell ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte besuchen die schwerstkranken Menschen in ihrer häuslichen Umgebung und versuchen, Symptome wie beispielsweise Schmerzen oder Erbrechen zu lindern, um dem kranken Menschen seine Lebensqualität zu verbessern und ihm ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen. Gerade bei Patienten, die - so erläutert Nadine Hölzemer - nicht mehr ins Krankenhaus verlegt werden können oder wollen, kann das SAPV-Team segensreiche Arbeit leisten. Deshalb strebt auch der Träger an allen seinen Hospiz-Standorten eine Kooperation mit SAPV-Teams an.

Und einen großen Wunsch hätten Alexandra Schlickel, Marion Schronen und Nadine Hölzemer noch: Zwar zählt das Ambulante Hospiz Hochwald derzeit 41 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Männer bilden darunter aber eine verschwindende Minderheit. Es wäre schön, wenn sich ein paar mehr Männer für dieses Ehrenamt begeistern könnten. Es kommt nämlich immer wieder mal vor, dass ein Schwerstkranker beispielsweise leidenschaftlicher Fußballfan ist und liebend gerne mit jemandem fachsimpeln würde. Und wer könnte das besser als ein - genau: Mann?

Text: Heribert Frieling

St. Josef-Krankenhaus

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