Feste im Jahreskreis

"Was uns die Erde Gutes spendet" - Erntedank im St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil

30.09.2016

In der Vorabendmesse zum Sonntag wird am 01.10.2016 in der Kapelle des St. Josef-Krankenhauses Hermeskeil auch Erntedank gefeiert. Symbolisch werden eine Auswahl von Früchten, Getreide, Blumen und Gemüsen aus Feld und Garten als Dank an Gott für die gute Ernte des Jahres vor den Altar gelegt.

Frau Martina Krämer hat in der Ausgabe des Paulinus vom 02.10.2016 nachstehenden informativen Text zum Fest "Erntedank" veröffentlicht:

Zu den ältesten Festen der Menschheit gehört das Erntedankfest. Eine gute Ernte sicherte seit jeher das Überleben. Von den Griechen wissen wir, dass sie bereits in der Antike, also viele Jahre hundert Jahre vor Christi Geburt, zu Ehren der Göttin Demeter ein großes Fest ausrichteten, mit dem sie sich für alles bedanken wollten, was das Land ihnen gab. Die Ägypter dankten ihren Gottheiten mit dem Min-Fest, bei den Chinesen hat das festliche Chung Ch´ui ebenfalls eine lange Tradition. Die alten Römer zeigten ihre große Dankbarkeit Ceres, der Göttin des Getreides, und nannten ihr Erntedankfest deshalb Cerelia.

In früheren Zeiten hatte das Erntedankfest eine noch viel größere Bedeutung als heute, weil die allermeisten Menschen auf dem Land lebten. Die Feldfrüchte, also Kartoffeln und Getreide, die sie ernteten, waren ihre Lebensgrundlage. Den Winter konnten sie und ihr Vieh nur überstehen, weil es die eingebrachte Ernte ermöglichte, Vorräte anzulegen. Die Dankbarkeit für eine gute Ernte war deshalb besonders groß, denn Hunger war den Menschen in früherer Zeit nur allzu vertraut und forderte immer wieder viele Opfer.

Das kirchliche Erntedankfest wird etwa seit 1770 gefeiert. Es gibt keinen festgelegten Termin, meistens ist es der erste Sonntag im Oktober. Dazu werden die Kirchen und Altäre mit den Früchten des Feldes und des Gartens reich geschmückt. Eine Erntekrone aus Ähren geflochten findet nach feierlicher Prozession ihren Platz am Altar. Im anschließenden Gottesdienst danken die Gläubigen Gott für die gute Ernte. Der Brauch, das Erntedankfest auch außerhalb der Kirche zu feiern, ist ebenfalls schon viele hundert Jahre alt. Ursprünglich richteten die Gutsherren die Feier auch als Dank für ihre Mägde und Knechte aus und bewirteten sie mit einem Festschmaus und dem so genannten Erntebier, das extra für diesen Anlass gebraucht wurde. Musik und Tanz gehörten natürlich ebenso zu einem zünftigen Erntedankfest auf dem Land, in manchen Gegenden auch ein großer Bauernmarkt, zu dem die Leute aus der Umgebung strömten. In einigen Gegenden entstand außerdem der Ritus, auf dem Feld eine Strohpuppe, die aus den letzten Strohgarben gebunden war, als Opfergarbe zu verbrennen. Bis heute hat sich diese Tradition gehalten, nur dass die Strohpuppen inzwischen aus Strohballen zusammengebunden werden, weil Maschinen die Felder vollautomatisch abernten und die handgebundenen Garben längst Vergangenheit sind. Im Heimatmuseum lässt sich das Leben der Bauern früherer Zeiten und ihre harte Arbeit auf dem Feld noch bestaunen. Bilder und die alte Gerätschaften, mit denen mühevoll der Acker bestellt und abgeerntet wurde, erzählen davon die spannendsten Geschichten.

St. Josef-Krankenhaus

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